Werteeinstellungen und Aggressionsverhalten im Auto - Befragungsstudie zeigt besorgniserregende Ergebnisse

2. September 2026

Berlin/Winnenden - Autofahrerinnen und Autofahrer ordnen sich überwiegend nicht einem Gesetz oder einer sozialen Norm unter, sondern gestalten ihre Verhaltensweise mehrheitlich nach einer persönlichen Rechtfertigung. Das ist ein wesentliches Ergebnis einer aktuellen Befragungsstudie der Björn Steiger Stiftung.

Die Studie zeigt eine weite Verbreitung von riskanten Verhaltensweisen wie zu schnelles Fahren oder Rotlichtmissachtung. Auch aggressive Verhaltensweisen, wie zu dichtes Auffahren, rechts Überholen oder erzwungenes Einfädeln nehmen demnach zu. Als Hauptgrund für dieses Verhalten wird sehr häufig Zeitdruck genannt, der damit auch als subjektive Rechtfertigung dient.

Beim Vergleich des Verhaltens speziell der Gruppe der 18 – 24 -jährigen zwischen 2019 und 2025 fielen keine grundsätzlichen Veränderungen auf. Auffällig ist jedoch die Entwicklung der Delikte im Zusammenhang mit der Smartphone-Nutzung: Beim Lesen und Versenden von Textnachrichten sind erhebliche Verschlechterungen im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen, bei Männern und Frauen gleichermaßen.

Für Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Stiftung, sind die Ergebnisse ein klares Signal zur Verstärkung des Kontrolldrucks: „Wenn Regeln nicht aus einer inneren Haltung heraus befolgt werden und die Missachtung an der Tagesordnung ist, muss die Befolgung von außen durchgesetzt werden“, so der Experte. Auch über Eingriffe in die Elektronik müsse jetzt verstärkt nachgedacht werden.

Das rasante Fortschreiten der Smartphone-Nutzung kann für Brockmann nicht unbeantwortet bleiben. Überwachung, auch mittels automatisierter Scan-Verfahren, müsse verstärkt werden. Weitere Maßnahmen technischer und kommunikativer Art müssten aber begleiten. Zeitdruck als Ursache für gefährliches Verhalten, sollte in konkreten Maßnahmen, wie beispielsweise Plakatkampagnen adressiert werden.

Brockmann sieht durch viele Studien erwiesen, dass riskantes und aggressives Verhalten immer auch die Unfallgefahr erhöht. In konkreten Zahlen ausdrücken, lasse sich das jedoch nicht. Klar sei aber: Je häufiger Regeln missachtet und gefährliche Verhaltensweisen toleriert werden, desto höher ist das Risiko schwerer Unfälle im Straßenverkehr.


Bildmaterial (Quelle: Björn Steiger Stiftung)
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Der Unfallforscher Siegfried Brockmann ist Geschäftsführer für Unfallprävention bei der Björn Steiger Stiftung.


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Über die Björn Steiger Stiftung:

Die Björn Steiger Stiftung wurde 1969 von Ute und Siegfried Steiger gegründet, nachdem ihr Sohn nach einem Verkehrsunfall an den Folgen unzureichender Notfallversorgung verstarb. Seitdem engagiert sich die Stiftung unermüdlich für die Verbesserung des Rettungswesens in Deutschland. Zu ihren wegweisenden Initiativen zählen unter anderem die Einführung der Notrufnummern 110/112, Gründung und Aufbau der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) sowie die Einrichtung von Notrufsäulen an Bundes- und Landstraßen. Die Stiftung verfolgt das Ziel, auf Missstände im Bereich der Notfallhilfe aufmerksam zu machen, den öffentlichen Diskurs anzustoßen und mit eigenen Projekten, wie dem Baby-Notarztwagen oder Herzsicher, und konkreten Lösungen zu einer besseren Notfallversorgung beizutragen – so auch 2025 mit der Einreichung einer Verfassungsbeschwerde zur Schaffung einheitlicher Regelungen im Rettungsdienst. Seit 2024 engagiert sich die Stiftung in konsequenter Weiterentwicklung ihrer Geschichte mit einem eigenen Bereich in der Vermeidung von Verkehrsunfällen. Weitere Informationen unter: www.steiger-stiftung.de


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Siegfried Brockmann, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung
Siegfried Brockmann

Geschäftsführer Unfallprävention
030-398217-277s.brockmann@steiger-stiftung.de
Yvonne 
Unger

Pressesprecherin Unfallprävention
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